Da der Frühling vor der Tür steht und die Skisaison sich langsam dem Ende zuneigt, haben wir eine Gruppe leidenschaftlicher Schneeliebhaber in Davos versammelt, um „The Meaningless Pursuit of Snow“ zu sehen – einen Patagonia-Film, der die Verbindung zwischen Abenteuer, Natur und Gemeinschaft erforscht, gefolgt von einer Diskussion über Schnee, Klima und (lokale) Nachhaltigkeitsmassnahmen.
Ist das Streben nach Schnee wirklich sinnlos und welche Rolle kann man beim Schutz unserer Spielplätze spielen?
Eine Nacht der Besinnung in Davos
Eine Woche lang steht das Dorf Davos in Graubünden jedes Jahr während des Weltwirtschaftsforums im Mittelpunkt des weltweiten Interesses. Darüber hinaus ist es ein Zentrum für Wintersportler und ein Ort, an dem die klimatischen Realitäten immer deutlicher werden. Mit den Projekten Climate Hub und Greenshare rückt Green Up die Themen Natur und Klima in den Vordergrund und sorgt dafür, dass Nachhaltigkeit nicht nur während der WEF-Woche, sondern das ganze Jahr über im Gespräch bleibt.
Die harte Realität der Schneeknappheit
Der Wintersport ist durch die Schneeknappheit, die aufgrund des Klimawandels zunimmt, stark gefährdet. Gemäss dem neusten Informationsblatt über Winterklimaszenarien für die Schweiz bis 2050 sind die Wintertemperaturen seit 1864 infolge des vom Menschen verursachten Klimawandels um rund 2,4°C gestiegen. Bis 2050 wird mit einem weiteren Anstieg um 1°C gerechnet, mit erheblichen Schwankungen je nach Klimamassnahmen und natürlichen Schwankungen.
Dieser Erwärmungstrend bedeutet, dass mehr Niederschläge als Regen und nicht als Schnee fallen werden, wodurch die Zahl der Neuschneetage abnimmt und die Schneedecke dünner wird. Die Statistiken zeichnen ein klares Bild:
Die Schneedecke ist seit 1961 in Höhenlagen von 1000-1500 Metern um 40 %, in 2000 Metern um 33 % und in 2500 Metern um 17 % zurückgegangen.
Im Jahr 2023 waren 54 % der Skipisten in der Schweiz technisch (künstlich) beschneit.
Die Beschneiung ist zwar die derzeitige Notlösung, wird aber angesichts des prognostizierten Temperaturanstiegs immer energie- und wasserintensiver werden.
Kurz gesagt: Der Skisport, wie wir ihn bisher betrieben haben, ist auf lange Sicht nicht nachhaltig. Was können wir also tun?
Jenseits der Pisten: Unser Konzept für den Wintersport neu überdenken
Der Film „The Meaningless Pursuit of Snow“ von Patagonia folgt fünf Skilangläufern durch Japan, Europa und die USA. Vereint durch ihre Liebe zu den Bergen, finden sie Freude an der Anstrengung, eine tiefe Verbindung zur Natur und ein Gefühl der Zugehörigkeit durch ihre gemeinsamen Erfahrungen.
Könnte Skilanglauf Teil einer nachhaltigeren Zukunft des Wintersports sein? Unser Publikum in Davos schien das zu glauben. Backcountry-Skifahren erfordert zwar weniger künstliche Ressourcen als Abfahrtsskifahren, ist aber allein nicht die Lösung. Es muss mit umfassenderen Nachhaltigkeitsbemühungen sowohl auf individueller als auch auf Resort-Ebene kombiniert werden.
Zu den einfachen, aber wirkungsvollen Massnahmen gehören:
- Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem eigenen Auto,
- Reparieren und Wiederverwenden von Ausrüstung, anstatt jede Saison neue Ausrüstung zu kaufen.
- Unterstützung von Skigebieten, die auf nachhaltige Energielösungen setzen und ihre Aktivitäten diversifizieren, um sich an den Klimawandel anzupassen.
„Ich habe festgestellt, dass Menschen, die dasselbe lieben, wirklich etwas bewirken können“, sagt Vicki Fleckenstein Woodworth im Film. Ermutigend ist, dass die Schweizer Skigebiete ihr Winterangebot bereits über das traditionelle Skifahren hinaus erweitern und Winterwanderungen, Skitouren und andere Aktivitäten mit geringerer Umweltbelastung fördern. Initiativen wie Snowstainability, die 2022 von Swiss-Ski und dem Energieunternehmen BKW gegründet wurde, arbeiten aktiv daran, den Wintersport durch Innovationen in den Bereichen Energie und Infrastruktur nachhaltiger zu gestalten.
Lokale Aktionen für eine globale Herausforderung
Die Diskussion in Davos konzentrierte sich nicht nur auf das grosse Ganze, sondern brachte auch konkrete Ideen für lokale Massnahmen hervor. Einige der Vorschläge lauteten:
- Stärkere Unterstützung des öffentlichen Nahverkehrs in und innerhalb der Region.
- Förderung und Aufklärung junger Menschen über verantwortungsvolles Skifahren im Hinterland.
- Entwicklung von mehr gemeinschaftsorientierten Nachhaltigkeitsinitiativen, wie Reparaturcafés und städtische Gartenbauprojekte.
Ein inspirierender Abend der Verbundenheit und des Engagements
Der Abend in Davos war mehr als nur eine Filmvorführung; er war ein Fest der Gemeinschaft, der gemeinsamen Erfahrungen und des kollektiven Engagements zum Schutz der Orte, die wir lieben. Bei Drinks und Focaccia-Brötchen tauschten die Schneeliebhaber Geschichten, Ideen und ihre Motivation zum Handeln aus. Wie Melissa Gil es so schön formulierte: „Die weisse Decke hat etwas Magisches an sich”. Lassen Sie uns dafür sorgen, dass dieser Zauber auch für künftige Generationen erhalten bleibt.
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